Messdaten
pfeil-rechts_blauBiberach
pfeil-rechts_blauCottbus
pfeil-rechts_blauDetmold
pfeil-rechts_blauHalle
pfeil-rechts_blauHöhenkirchen
pfeil-rechts_blauHohen Neuendorf
pfeil-rechts_blauMarktoberdorf
pfeil-rechts_blauNeumarkt
pfeil-rechts_blauOlbersdorf
pfeil-rechts_blauOverbach
link_enob
link_schule
Plusenergieschule Reutershagen, Rostock
demo-plus_rostock Adresse: Mathias-Thesen-Str. 17, 18069 Rostock
Bauherr: Hansestadt Rostock
Amt f√ľr Schule und Sport
Antragsteller: Hansestadt Rostock
Amt f√ľr Schule und Sport
Ansprechpartner: Amt f√ľr Schule und Sport,
Brigitte Gr√ľner Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots gesch√ľtzt! Sie m√ľssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen k√∂nnen.

 

 

Daten und Fakten

 

Allgemeine Daten b01_Teilbereich der Suedfassade
Teilbereich der geplanten S√ľdfassade
Projektadresse Europa-Schule
Gymnasium Reutershagen
Mathias-Thesen-Str. 17
18069 Rostock
Deutschland
Baujahr 1960/61
Sanierungszeitraum 2009 - 2011
Anzahl der
Sch√ľler
234
Anzahl der
Klassenzimmer
25
VOR DER SANIERUNG:
Bruttogeschossfläche gesamt 5.258 m²
Bruttogeschossfläche Hauptgebäude 3.118 m²
Nettogrundfläche
gesamt
3.422 m² - beheizt
1.275 m² - nicht beheizt
Nettogrundfläche Hauptgebäude
(EBF - Energiebezugsfläche)
1.659 m² - beheizt (EBF)
1.042 m² - nicht beheizt
Gebäudevolumen
gesamt
26.709 m³
A/V 0,4 1/m

 

Projekt√ľbersicht

Das Gymnasium im Rostocker Stadtteil Reutershagen besteht aus zwei typengleichen Schulen, deren Bauzeit auf 1960/61 anzusetzen ist. Die Gesamtbruttogeschossfläche beträgt 2 x 5258 m² = 10.516 m².
Bislang noch auf die gemeinsamen Schulstandorte in der Mathias-Thesen-Str. 17 und Bonhoefferstr. 16 verteilt, sollen k√ľnftig alle Sch√ľler zusammen ‚Äď mit denen einer im Aufbau befindliche Grundschule ‚Äď im sanierten Geb√§ude in der Mathias-Thesen-Stra√üe unterkommen. Der Standort zeichnet sich durch eine verkehrsg√ľnstige Lage mit sehr guter Einsehbarkeit aus, wodurch die regionale Wirkung des Beispielprojekts gesteigert werden kann.
Das Gymnasium Reutershagen und die angelagerte Grundschule sind sowohl anerkannte Europaschule als auch eine Ganztagsschule und F√∂rderst√§tte f√ľr besonders hochbegabte Sch√ľler. Es werden vielf√§ltige Aktivit√§ten au√üerhalb des Unterrichts angeboten, welche von musischen, k√ľnstlerischen und sportlichen Veranstaltungen bis hin zur Sch√ľlerzeitung und dem Europaclub reichen.
Daraus resultieren Anspr√ľche an flexible Raumnutzungen, weswegen im Rahmen der energetischen Sanierung auch ein neues r√§umliches Konzept verwirklicht werden soll.
Das Projekt wird gef√∂rdert durch das Bundesministerium f√ľr Wirtschaft und Technologie im Rahmen des F√∂rderschwerpunktes ‚ÄěEnergieeffiziente Schulgeb√§ude (EnEff:Schule)‚Äú und durch das Landesf√∂rderinstitut des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der Klimaschutz-F√∂rderlinie zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz.

 

Lage

b02_lage_rostock
Standort der Schule in Deutschland
Breitengrad 54,05 ¬įN.
L√§ngengrad 12,08 ¬įO.
H√∂henlage 13 m √ľber NN
Mittlere Jahrestemperatur 8,4 ¬įC
Mittlere Wintertemperatur (Oktober - April) 3,8 ¬įC
Klima
(TRY-Referenzstation)
Klimazone TRY 2,
Rostock-Warnem√ľnde

 

Gebäudetyp / Baujahr

Gebäudetyp Baujahr
vor 1910 1910-1930 1930-1950 1950-1970 1970-1990 nach 1990
Dorfschule
Mehrgeschossige
Schule
Mittelflur-Schule
Seitenflur-Schule X
Pavillon-Schule
Hallen-Schule
Zentral-Schule
Kammform-Schule
Offenes-Konzept-Schule
Cluster-Schule
Sonstige

 

Zusätzliche Informationen

Literatur, Quellenangaben
[1] Römhild, T. / Wollensak, M.: Erläuterungsbericht, Demonstrationsbauvorhaben Plus Energie Schule Reutershagen, Rostock
[2] Wollensak, M.: Präsentationen im Rahmen des Symposiums EnEff:Schule in Biberach a. d. Riß am 21.4.2009, Demonstrationsvorhaben Plus Energie Schule Reutershagen, Rostock
[3] Winkler, M.: Begleitforschung der Hochschule f√ľr angewandte Wissenschaften M√ľnchen, Fragebogen zur Beurteilung der Einrichtung
[4] Angaben des Instituts f√ľr Geb√§ude-, Energie- und Lichtplanung - Wismar
[5] Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes, Monatswerte der Station Rostock-Warnem√ľnde, www.dwd.de

 

Projektpartner

Projektsteuerung
+ Architektur
Hochschule Wismar, Institut f√ľr Geb√§ude-, Energie- und Lichtplanung,
Prof. Dr. Thomas Römhild, Prof. Dipl.-Ing. Martin Wollensak,
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots gesch√ľtzt! Sie m√ľssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen k√∂nnen.
Anlagentechnik K&S¬†Ingenieurplanung GmbH, Rostock Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots gesch√ľtzt! Sie m√ľssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen k√∂nnen.
Energiekonzept Fraunhofer-Institut f√ľr Solare Energiesysteme (ISE), Freiburg, Sebastian Herkel,
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots gesch√ľtzt! Sie m√ľssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen k√∂nnen.
Messprogramm Ing.-B√ľro f√ľr Baukonstruktion und Bauphysik, Rostock
Prof. Dr. Georg-Wilhelm Mainka, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots gesch√ľtzt! Sie m√ľssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen k√∂nnen.
Förderprogramm

Bundesministerium f√ľr Wirtschaft und Technologie: ‚ÄěEnergetische Verbesserung der Bausubstanz‚Äú

Landesförderinstitut des Landes Mecklenburg-Vorpommern: Aktionsplan Klimaschutz

 

Links

Beteiligte Schulen:

pfeil-rechts_blau www.gymnasium-reutershagen.de

pfeil-rechts_blau www.grundschule-nordwindkinner.de

 

Abbildungsnachweis

Gymnasium Reutershagen, Fotos zur Verf√ľgung gestellt von der Direktorin Frau Dr. Ehlert
Grundschule "Nordwindkinner", Fotoserie anlässlich der Namensweihe am 29.5.2015, René Richter (https://www.facebook.com/Richterfotografie)

Hochschule Wismar, Institut f√ľr Geb√§ude-, Energie- und Lichtplanung

Fraunhofer-Institut f√ľr Solare Energiesysteme (ISE), Freiburg

 

Ist-Analyse

 

Architektur
Die Schulen bestehen jeweils aus drei Gebäudeteilen, die mit eingeschossigen Verbindungsbauten um einen Pausenhof angeordnet sind.
Das dreigeschossige Hauptgeb√§ude enth√§lt die Klassen- und Fachr√§ume. Diese sind nach S√ľden orientiert, auf der n√∂rdlichen Seite verbinden die Flure das Hauptgeb√§ude mit der eingeschossigen Turnhalle und einem zweigeschossigen Hortgeb√§ude.
b03_bestand isometrie
Diese Form der Erschließung als Einbund bedingt einen hohen Verkehrsflächenanteil und eine im Vergleich zum Raumvolumen sehr große Außenfläche A/V-Verhältnis).

 

 

Bauteile
Das Hauptgebäude ist in Massivbauweise aus Ziegelmauerwerk und Stahlbetoneinhängedecken errichtet. Fassade und Dach stammen noch unverändert aus der Entstehungszeit und besitzen deshalb keine Wärmedämmung. Lediglich einige wenige Fenster wurden nach Bedarf ausgewechselt.
Zusammenstellung der U-Werte der Geb√§udeh√ľllfl√§chen
des Hauptgebäudes vor der Sanierung
Bauteil U-Wert
[W/m²K]
Außenwand 1,06
Fenster (Holzrahmen) 2,80
Fenster (Kunststoffrahmen) 2,60
Dach 1,91

 

Anlagentechnik

Die Heizungsinstallation wurde als wasserf√ľhrendes Zweirohrsystem ausgelegt. Die √úbergabe erfolgt mit Hilfe von Radiatoren und Plattenheizk√∂rpern. Die Warmwassererzeugung erfolgt dabei √ľber Fernw√§rme und die Speicherung in einem zentralen Warmwasserspeicher.

F√ľr die L√ľftung gibt es keine Einrichtung. Der gesamte Schulkomplex einschlie√ülich der WC- Bereiche wird √ľber Fenster bel√ľftet. Durch die einb√ľndige Anlage ist eine Querl√ľftung nur √ľber die Flure, also nicht w√§hrend der Unterrichtszeiten, m√∂glich.

In vorhergehenden Bauma√ünahmen wurde die Beleuchtungsanlage in den Klassenr√§umen an die zu dem Zeitpunkt aktuellen G√ľteanforderungen an Beleuchtungsanlagen angepasst.

 

Energieverbrauch

Aufteilung der spezifischen Verbrauchswerte (gemittelt aus 3-jährigen Verbrauchsdaten), bezogen auf die beheizte Nettogrundfläche des Schulgebäudes (3.422 m²),
Primärenergiefaktor Fernwärmenetz Rostock fp = 0,26 [4]
.

Energieverbrauch vor der Sanierung Endenergie [kWh/m²a] Primärenergie [kWh/m²a]
Heizung und Trinkwarmwasser 193,3 50,3
Strom 10,4 28,0
Gesamt 203,7 78,3

 

 

Schäden und Mängel

Die architektonische Organisation der Geb√§udestruktur ist verbesserungsw√ľrdig:
Die Erschlie√üungsstruktur ist un√ľbersichtlich. Die Klassenraumgr√∂√üen entsprechen nicht mehr den Schulbaurichtlinien. Au√üerhalb der Klassenr√§ume gibt es kaum Aufenthalts¬≠bereiche, eine Pausenhalle und Mehrzweckraum fehlen und die Au√üenr√§ume sind schlecht organisiert.

In bauphysikalischer Hinsicht ergeben sich bedingt durch die zum Raumvolumen sehr große Außenfläche (A/V-Verhältnis) hohe Transmissionswärmeverluste im Winter und den Übergangsjahreszeiten, sowie eine starke Aufheizung der Gebäude im Sommer.
Dies wird verstärkt durch die unzureichende Wärmedämmung der Gebäude.
W√§hrend der Sommermonate wird die √úberhitzung des Hauptgeb√§udes zudem beg√ľnstigt durch die gro√üen √Ėffnungen nach S√ľden in der L√§ngsseite.

Auch die Anlagentechnik entspricht nicht dem Stand der Technik:
Die Heiztechnik ist veraltet, eine kontrollierte L√ľftung fehlt vollst√§ndig. F√ľr den notwendigen Luftaustausch m√ľssen st√§ndig die Fenster ge√∂ffnet werden, wodurch sich ein Widerspruch zwischen dem gew√ľnschten Mindestluftwechsel und einem behaglichen Raumklima ergibt. Es entsteht ein hoher L√ľftungsw√§rmeverlust und die Luftfeuchtigkeit sinkt w√§hrend der Heizperiode auf einen niedrigen Wert.

Die Klassenzimmer auf der S√ľdseite werden nur einseitig √ľber S√ľden mit Tageslicht versorgt und verf√ľgen √ľber keinen ausreichenden Sonnen- und Blendschutz.

All diese M√§ngel resultieren in einem unbehaglichen Raumklima, wodurch die Aufnahme- und Konzentrationsf√§higkeit der Sch√ľler erheblich beeintr√§chtigt wird. Zus√§tzlich existiert eine erh√∂hte L√§rmbel√§stigung durch die nahe Umgehungsstrasse.

 

Besonderheiten
Der Geb√§udetypus ist in den neuen Bundesl√§ndern weit verbreitet und auch in √§hnlicher Form in den alten Bundesl√§ndern gebaut worden. Die Sanierung erh√§lt damit Vorbildcharakter f√ľr typengleiche Schulen.

 

Konzept & Umsetzung

 

KENNWERTE NACH DER SANIERUNG:
Bruttogeschossfläche gesamt 9.136 m²
Nettogrundfläche gesamt
(EBF - Energiebezugsfläche)
4.159 m² - beheizt (EBF)
2.798 m² - nicht beheizt
Bruttorauminhalt 26.629 m³
Beheiztes Gebäudevolumen 16.892 m³
A/V 0,38 1/m
Luftdichtheit 0,4

 

Architektur

Im Zuge der Sanierung sollen die beiden Schulen auf den Standort in der Mathias-Thesen-Straße zusammengelegt werden. Der Standort befindet sich am Rand der Wohnbebauung in direkter Nähe zu Schrebergärten und ist von der neuen Westumgehung der Hansestadt Rostock aus gut sichtbar.

Ein wesentlicher Bestandteil des architektonischen Konzepts ist die Erh√∂hung der Kompaktheit des Bauk√∂rpers, um eine sinnvolle Zuordnung der Funktionen bei verringertem Verkehrsfl√§chenanteil zu erreichen. Dadurch kann gleichzeitig f√ľr den Nutzer eine klare und einfache Orientierung innerhalb des Geb√§udes erm√∂glicht werden.

b05_Konzept der Erweiterung
Die Struktur des Hauptgebäudes soll dabei größtenteils erhalten bleiben. Die beiden Nebengebäude befinden sich in sehr schlechtem Bauzustand und sollen während der energetischen Sanierung abgerissen werden, wobei die Turnhalle zu einem späteren Zeitpunkt neu aufgebaut werden soll.

b06_Erweiterungsprinzip
Grundkonzept der Nutzungserweiterung

Um die Fl√§chen des wegfallenden Standortes in der Bonhoefferstra√üe zu kompensieren und um ben√∂tigte Mehrzweckr√§ume und gr√∂√üere Klassenzimmer zu schaffen, wird das Hauptgeb√§ude um abger√ľckte Erg√§nzungsbauten im Norden und Westen erweitert.

Zwischen den Geb√§uden entsteht eine unbeheizte Zone, die das nun entstandene, gr√∂√üere Geb√§ude in Klimazonen gliedert und gleichzeitig die Funktion einer zweib√ľndigen Erschlie√üung √ľbernimmt.
b07_Grundriss Erdgeschoss
Erdgeschoss Grundriss

Die Zwischenklimazone ist als variabel nutzbare Aufenthalts-, Kommunikations- und Bewegungszone geplant, die mit Ausstellungen und Aktionen belegt werden kann. Dazu z√§hlen r√§umliche Experimente, sportliche Aktivit√§ten wie Klettern oder Ballspiele, Kunstausstellungen oder musikalische Auff√ľhrungen. Der Bereich wird ausschlie√ülich √ľber passive Solareintr√§ge und innere Lasten beheizt und bietet damit gerade den j√ľngeren Kindern der Grundschule die M√∂glichkeit zur bewussten Temperaturerfahrung als Zwischenstufe zu Warmr√§umen und dem Au√üenbereich. Einfl√ľsse von Temperatur auf Mensch und Natur k√∂nnen z.¬†B. im Rahmen des Biologieunterrichts mit Anlegung eines Biotops oder Tierhaltung erfahrbar gemacht werden.

 

Bauteile

Eine Vorraussetzung zum Erreichen des Plusenergiestandards ist die signifikante Verbesserung der D√§mmeigenschaften der Geb√§udeh√ľlle.


Zusammenstellung der U-Werte der Geb√§udeh√ľllfl√§chen nach der Sanierung [3]
Bauteil U-Wert
[W/m²K]
Beschreibung
Neubau Außenwand 0,15 Vorgefertigte Holzmodule:
Gipskartonplatte
4 cm Installationsebene mit Dämmung
Holzständerkonstruktion mit 24 cm Mineralwolledämmung
Wand zur Zwischenklimazone 0,15 Scheibenkonstruktion aus Kalksandstein-Mauerwerk
Fenster 0,80 3-fach verglaste Holz-Aluminium-Fenster
Dach 0,12 28 cm mineralische und pflanzliche Faserdämmstoffe (WLG 035)
Boden 0,27 10 cm Polystyrol-Hartschaum-Dämmung
Zwischenklimazone Dach 1,96 3-Lagen-Dach EFTE-Folienkissen
Bestand Außenwand 0,15 36,5 cm verputzte Vollziegel mit
24 cm Mineralwolle
Wand zur Zwischenklimazone 1,90 / 1,70 17,5 / 36,5 cm verputzte Vollziegel
Fenster 0,80 Kastenfenster:
2 x 2-fach Wärmeschutzverglasung
Dach 0,12 24 cm mineralische und pflanzliche Faserdämmstoffe (WLG 035)
Boden 0,34 2 cm Vakuumdämmpaneele

Au√üenw√§nde des Bestandgeb√§udes, die nicht an die Pufferzonen angrenzen, erhalten eine vollst√§ndige Au√üend√§mmung mit Holzverkleidung. F√ľr die Fenster der S√ľd- und Ostseite werden Kastenfenster entwickelt. Die bestehende Satteldachkonstruktion wird zum Flachdach zur√ľckgebaut und entsprechend abgedichtet und ged√§mmt, die Bodenplatte wird mit Vakuumd√§mmpaneelen ged√§mmt.
Als Überdachung der unbeheizten Zwischenklimazone wird eine Holzkonstruktion mit transparenter Eindeckung aus Glas und Folienkissen aus Ethylen-Tetrafluorethylen (ETFE) eingebracht. Im Sinne des energetischen Gesamtvorhabens wird auf eine Bodenplatte aus Stahlbeton verzichtet. Hier erfolgt der Bodenaufbau aus wärmespeichernden Materialien aus Pflastersteindecken sowie Kies-, Trag- und Frostschutzschichten.
Die an die Pufferzone anschlie√üenden neuen Bauteile bestehen aus einer Scheibenkonstruktion aus Kalksandsteinmauerwerk und Stahlbetondecken, die Dachkonstruktion und Innenw√§nde werden in Leichtbauweise ausgef√ľhrt. Zur D√§mmung der Bodenplatte wird PS-Hartschaum verwendet.
Es kommen Holz-Aluminium-Fensterelemente zum Einsatz.

 

Anlagentechnik

Neben der Verbesserung der Geb√§udeh√ľlle ist auch der Einsatz moderner Geb√§udetechnik erforderlich.

Wegen des g√ľnstigen Prim√§renergiefaktors f√ľr Fernw√§rme in Rostock bleibt die Fernw√§rme als Grundversorgung im Konzept erhalten. Die Heizung wird entsprechend dem nach der Sanierung geringeren Energiebedarf neu gestaltet. Eine Niedertemperaturheizung wird zur thermischen Bauteilaktivierung in die Decken des Neubaus integriert und die Verteilung in den Pufferraum miteinbezogen.

b08_L√ľftungsschema
L√ľftungsstr√∂me, unterteilt nach Zuluft (gr√ľn) und Abluft (gelb)

Eine Zuluftanlage mit einer dezentralen Versorgung jedes einzelnen Klassenzimmers sowie eine zentrale Abluftf√ľhrung in der Zwischenklimazone (‚ÄěSchulstra√üe‚Äú) werden f√ľr die L√ľftung vorgesehen. Die durch die L√ľftung abgef√ľhrte W√§rme wird √ľber Rotationsw√§rmetauscher zur Erw√§rmung der Klimazone und zur Vorw√§rmung der zugef√ľhrten Au√üenluft genutzt. Durch diese Erh√∂hung der Zulufttemperatur der dezentralen L√ľftungsger√§te k√∂nnen Transmissions- und L√ľftungsw√§rmeverluste gesenkt werden.

Im Sinne eines verbesserten Tageslichteintrags in die Klassenzimmer werden auf der S√ľdfassade Sonnenschutz und Lichtlenksysteme vorgesehen und teilweise Oberlichter zur Schulstra√üe geplant, um eine zweiseitige nat√ľrliche Belichtung zu erm√∂glichen. Das Atrium erh√§lt bewegliche Lichtschaufeln und holografisch-optische Elemente. Der Bedarf an k√ľnstlicher Beleuchtung kann so um ca. 10¬†% verringert werden. Wird Kunstlicht ben√∂tigt, wird √ľber Sensoren sichergestellt, dass das Licht ausgeschaltet wird, wenn die R√§ume nicht genutzt werden bzw. ausreichend Tageslicht zur Verf√ľgung steht.

b09_schnitt
Schnitt mit Darstellung der Sonnenenergienutzung


Die Orientierung des Hauptgeb√§udes nach S√ľden liefert optimale Voraussetzungen zur Sonnenenergienutzung. Deshalb werden auf der S√ľdseite und dem Dach Photovoltaik- und Solarthermie-Kollektorfl√§chen zur aktiven Solarnutzung geplant.

Aus diesem Plusenergie-Konzept resultieren Energie√ľbersch√ľsse, die in das Netz der Elektroversorger eingespeist werden. Die Speicherung im Netz ist im Vergleich zu allen anderen Alternativen die g√ľnstigere und in erschlossenen Bereichen auch in Zukunft die naheliegendste M√∂glichkeit der Verwertung der Energie√ľbersch√ľsse. Daher werden keine Anlagen zur Speicherung der elektrischen Energie vorgesehen.

 

Energieverbrauch
Neben der Verbesserung der Nutzungsm√∂glichkeiten wird der Grundriss durch die baulichen Ver√§nderungen im Zuge der Sanierung gleichzeitig energetisch optimiert: Durch die bereits erw√§hnten Kollektorfl√§chen auf der S√ľdfassade wird diese zur Klimafassade mit aktiven Energiegewinnen ausgebildet. Die Schaffung der unbeheizten Zwischenklimazone dient dem passiven Energieeintrag, wodurch die Temperaturdifferenz zwischen Innen und Au√üen verringert wird. Der Erweiterungsbau dient schlie√ülich auch einer optimierten D√§mmung auf der Nordseite.
b10_Konzept-Gebaeudeoptimierung
Konzept der energetischen Gebäudeoptimierung
Neben der eingesetzten Technik tr√§gt die energetische Geb√§udeoptimierung zur Realisierung des Plusenergie-Konzeptes bei. Dabei wird in der Jahresbilanz mehr Energie nutzbar gemacht als zum Betrieb der Schule f√ľr Heizung, Warmwasser und Lichtstrom ben√∂tigt wird.

b11_Diagramm-Energiebedarf
Vergleich: Energiebedarf und Deckung

Im Fall der Schule Reutershagen wird der Primärenergiebedarf durch eine Kombination von Photovoltaik / Solarthermie und einer Windanlage gedeckt. Neben diesen Technologien soll auch der Einsatz einer ORC- Anlage in das Versorgungskonzept integriert werden.


Aufteilung der spezifischen Verbrauchswerte (gemittelt aus 3-jährigen Verbrauchsdaten), bezogen auf die beheizte Nettogrundfläche eines Schulgebäudes (1.659 m² vorher; 4.008 m² nachher),
Primärenergiefaktor Fernwärmenetz Rostock fp = 0,26 [4]
.

Energieverbrauch Endenergie [kWh/m²a] Primärenergie [kWh/m²a]
Vor der Sanierung Nach der Sanierung Vor der Sanierung Nach der Sanierung
Heizung und Trinkwarmwasser 398,9 84,6 103,7 21,7
Strom 21,4 14,7 57,8 39,7
Gesamt 420,3 99,4 161,5 61,4
Heizung und Bel√ľftung
(einschl. Hilfsenergie)
33,3

Der berechnete Bedarf an Heizw√§rme wird durch Bezug von Fernw√§rme sichergestellt. Der gleiche Betrag an Prim√§renergie wird √ľber Photovoltaik-Fl√§chen produziert und in das Stromnetz eingespeist. Der Strombedarf wird durch Windenergie, Photovoltaik und ORC zur Verf√ľgung gestellt. Die zum Betrieb der ORC ben√∂tigte Fernw√§rme wird abermals √ľber Photovoltaik dem Netz zur√ľckgegeben.

b12_Energiekonzept
Schema des Energiekonzeptes

 

Finanzierung

Bruttobaukosten - gesamt
7.790.000 ‚ā¨
Fördergelder Bund
3.819.520 ‚ā¨
Fördergelder Land
1.469.047 ‚ā¨
Eigenmittel einschl. Sonderbedarfszuwendung
2.501.433 ‚ā¨

Mit der Zusammenlegung der Schulen und der weitestgehenden Erhaltung der vorhandenen Bausubstanz wird die Möglichkeit der Doppelnutzung gegeben und Flächen und Ressourcen gespart.

 

 

Befragung

 


 

Zum Download bereit gestellt:

 

Ergebnisdarstellung der Sozialwissenschaftlichen Begleitforschung

pdf_punkt PDF-Datei, 563 KB

 

 

 

 

 
© 2013
Fraunhofer-Institut für Bauphysik