Messdaten
pfeil-rechts_blauBiberach
pfeil-rechts_blauCottbus
pfeil-rechts_blauDetmold
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pfeil-rechts_blauMarktoberdorf
pfeil-rechts_blauNeumarkt
pfeil-rechts_blauOlbersdorf
pfeil-rechts_blauOverbach
link_enob
link_schule
Plusenergieschule in Stuttgart-Rot
demo-plus_stuttgart-rot Adresse: Tapachstraße 4, 70437 Stuttgart
Bauherr: Landeshauptstadt Stuttgart
Antragsteller: Landeshauptstadt Stuttgart, Amt f√ľr Umweltschutz
Ansprechpartner: Landeshauptstadt Stuttgart, Amt f√ľr Umweltschutz
Abteilung Energiewirtschaft,
Dr. J√ľrgen G√∂rres

 

 

Daten und Fakten

 

Allgemeine Daten
b01_hauptbau-suedost-fassade
S√ľd-Ost Ansicht des Hauptgeb√§udes

 

Projektadresse Uhlandschule ‚Äď Grund-/Hauptschule mit Werkrealschule
Tapachstraße 4
70437 Stuttgart
Deutschland
Baujahr Hauptbau, Pavillon und Turnhalle: 1954
Erweiterungsbau: 2004
Sanierung 2012 - 2014
Anzahl der
Sch√ľler
450
Anzahl der
Klassenzimmer
Ca. 30
Bruttogrundfläche Gesamt: 7.058 m²
Beheizte
Nettogrundfläche
(EBF - Energiebe-
zugsfläche)
Gesamt: 6.361 m²
Hauptbau Pavillon Turnhalle Erweiterungsbau
2.720 m² 805 m² 798 m² 2.038 m²
Beheiztes
Gebäudevolumen
Gesamt: 21.663 m³
Hauptgebäude Erweiterungsbau
11.380 m³ 10.283 m³

 

Projekt√ľbersicht

Die Landeshauptstadt Stuttgart unterh√§lt insgesamt √ľber 1.400 √∂ffentliche Geb√§ude und weitere 2.100 Einrichtungen. 40¬†% der Geb√§udefl√§che entfallen dabei auf Schulen. Diese belasten den Betriebshaushalt erheblich und m√ľssen zum Gro√üteil in den n√§chsten 10 Jahren saniert werden.¬†
Nach einer Analyse der zur Sanierung anstehenden Schulh√§user wurde die Uhland¬≠schule aufgrund ihrer Lage und Geb√§udestruktur als Demonstrationsobjekt f√ľr ein vorbildliches Sanierungsvorhaben ausgew√§hlt.
Die ehrgeizige Zielsetzung ist es dabei, die bestehende Schule zu einer Plusenergie-Schule zu sanieren. Das bedeutet, dass die Schule nach Abschluss der Sanierungsma√ünahmen mehr Energie produziert als das Geb√§ude √ľber das Jahr hinweg verbraucht. Die gesamte, in der Schule ben√∂tigte Energie wird vor Ort erzeugt.
Die Ergebnisse sollen f√ľr zuk√ľnftige Schulsanierungen √ľbertragbar gemacht werden.

 

Lage

b02_lage_stuttgart
Standort der Schule in Deutschland
Breitengrad 48,83 ¬įN
L√§ngengrad 9,19 ¬įO
H√∂henlage 293 m √ľber NN
Mittlere Jahrestemperatur 10,1 ¬įC
Mittlere Wintertemperatur (Oktober - April) 5,4 ¬įC
Klima
(TRY-Referenzstation)
Klimazone TRY 12,
Mannheim

 

Gebäudetyp / Baujahr

Der zu sanierende Hauptbau und der Pavillon aus dem Jahr 1954 werden als Einbund erschlossen. Der 2004 erbaute Erweiterungsbau gehört zum Typus einer Hallen-Schule mit zentralem Atrium. Dieser Teil des Schulkomplexes wird jedoch nicht saniert.

Gebäudetyp Baujahr
vor 1910 1910-1930 1930-1950 1950-1970 1970-1990 nach 1990
Dorfschule
Mehrgeschossige
Schule
Mittelflur-Schule
Seitenflur-Schule X
Pavillon-Schule
Hallen-Schule
Zentral-Schule
Kammform-Schule
Offenes-Konzept-Schule
Cluster-Schule
Sonstige

 

Zusätzliche Informationen

Literatur, Quellenangaben
[1] Landeshauptstadt Stuttgart, Amt f√ľr Umweltschutz, Dr. J√ľrgen G√∂rres:
Vorhabensbeschreibung zum EnEff-F√∂rderantrag ‚ÄěPlusenergieschule in Stuttgart
[2] Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes, www.dwd.de
[3] Angaben des Projektsteuerers

 

Projektpartner

Projektsteuerung Landeshauptstadt Stuttgart, Amt f√ľr Umweltschutz,
Abteilung Energiewirtschaft, Dr. J√ľrgen G√∂rres, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots gesch√ľtzt! Sie m√ľssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen k√∂nnen.
Wissenschaftliche
Begleitung
Fraunhofer-Institut f√ľr Bauphysik, Stuttgart,
Hans Erhorn, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots gesch√ľtzt! Sie m√ľssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen k√∂nnen.
F√∂rderprogramm Bundesministerium f√ľr Wirtschaft und Technologie:
"Energetische Verbesserung der Bausubstanz"

 

Links

Homepage der Uhlandschule: pfeil-rechts_blau www.uhlandschule-rot.de

 

Abbildungsnachweis

Foto der Schule im Datenkopf, Bestands-Grundrisse und -Lageplan: Landeshauptstadt Stuttgart, Amt f√ľr Umweltschutz

Sonstige Fotos der Schule, Schnitte, Diagramme zum Energieverbrauch: aus der Vorhabensbeschreibung zum Förderantrag

Darstellungen zur Konzeption, Lagepläne, Grundrisse, Schnitte und Ansichten: Hotz + Architekten, Freiburg

L√ľftungskonzept-Darstellungen: Ingenieurgruppe Freiburg

 

Ist-Analyse

 

Architektur

 

b03_lageplan
Lageplan der Gesamtanlage
Der 1954 erbaute Schulkomplex setzt sich zusammen aus einem Hauptbau, dem "Pavillon" ‚Äď und einer Turnhalle. 2003/2004 wurde auf dem Areal ein weiteres Geb√§ude ‚Äď der "Erweiterungsbau" ‚Äď errichtet.
In den Gebäuden sind eine Grund- und Hauptschule sowie eine Werkrealschule untergebracht.

b04_hauptbau-grundriss-EG
Hauptgebäude - Grundriss Erdgeschoss


Der Der Hauptbau ist ein langgestrecktes Gebäude mit einer Grundfläche von ca. 100 x 12 m und drei oberirdischen und einem unterirdischen Geschoss. Im Erdgeschoss sind Aufenthalts- und Werkräume untergebracht, zudem gibt es hier eine kleine Hausmeisterwohnung. In den Obergeschossen sind die Klassenräume.

b05_hauptbau-grundriss-OG
Hauptgebäude - Grundriss Obergeschoss

Im Untergeschoss, welches ca. die Hälfte des Gebäudes unterkellert, sind Lager- und Technikräume angesiedelt. Die Heizzentrale reicht dabei noch etwas tiefer in den Untergrund. b06_hauptbau-schnitt
Hauptgebäude - Schnitt

 

b07_pavillon-grundriss-EG
Pavillon - Grundriss Erdgeschoss

Der Pavillon mit den Abmessungen von 38¬†x¬†12¬†m besteht aus zwei oberirdischen Geschossen. An der S√ľdseite sind die Klassenr√§ume untergebracht, die Erschlie√üung erfolgt √ľber den Flurbereich im Norden. Stirnseitig sind die Sanit√§rzellen angeordnet. Technik- und Lagerr√§ume gibt es im Geb√§ude nicht.
Die Hauptdachfl√§che ist mit einer Neigung von ca. 16¬į nach S√ľden ausgerichtet.
b08_pavillon-schnitt
Pavillon - Schnitt

 

b09_turnhalle-grundriss-EG
Turnhalle - Grundriss Erdgeschoss

Die Turnhalle wurde zeitgleich mit dem Hauptbau und dem Pavillon errichtet. Sie wird tags√ľber f√ľr den Schulsport und abends sowie am Wochenende f√ľr den Vereinssport genutzt. Im Geb√§ude befinden sich neben der Turnhalle noch Umkleide-, Duschr√§ume und WCs.
Die Turnhalle verf√ľgt im Kellergeschoss √ľber einen eigenen Technikraum.
b10_turnhalle-schnitt
Turnhalle - Schnitt

 

b12_neubau-suedost-ansicht
Erweiterungsbau ‚Äď Ansicht von S√ľdost
Der Erweiterungsbau hat eine Grundfläche von 32 x 32 m und besteht aus zwei oberirdischen Geschossen, sowie einem Souterraingeschoss. Das zentrale Atrium, welches als Aula genutzt wird, dient dabei der Erschließung aller Klassenräume. Wie im Pavillon gibt es auch hier keine Technik- und Lagerräume.
Die Fassade des Erweiterungsbaus und das Atriumdach sind voll verglast, das Dach √ľber den Klassenr√§umen ist als Gr√ľndach ausgebildet. b11_neubau-grundriss-EG
Erweiterungsbau ‚Äď Grundriss EG

 

 

Bauteile

Die 1954 entstandenen Geb√§ude Hauptbau, Pavillon und Turnhalle wurden als Stahlbetonskelett mit Ausfachung aus Wabensteinen errichtet. Die kellerseitigen Au√üenw√§nde und die Fundamente sind aus Stampfbeton mit einer Bodenplatte aus Stahlbeton. Die Fenster weisen ein- und zweifache Verglasungen auf. Backsteinmauerwerk wurde f√ľr die Konstruktion der Innenw√§nde gew√§hlt. Massivdecken und eine Dachkonstruktion aus Stahlbetonbinder-Holzgeb√§lk mit einer Eindeckung aus Bimsdielen schlie√üen das Geb√§ude nach oben hin ab.

Der Erweiterungsbau besteht aus einer ged√§mmten Stahlbetonkonstruktion mit Massivdecken und einer vorgeh√§ngten Pfosten-Riegel-Fassade. Diese ist rundherum zweifach verglast. Das Flachdach ist √ľber dem zentralen Atrium ebenfalls verglast, ansonsten wurde es als extensives Gr√ľndach ausgef√ľhrt. Der untere Geb√§udeabschluss erfolgt durch eine ged√§mmte Stahlbetonkonstruktion.

 

Zusammenstellung der U-Werte der Geb√§udeh√ľllfl√§chen
des "Hauptgebäudes" vor der Sanierung
Bauteil U-Wert [W/m²K] Beschreibung
Außenwand 2,0 40 cm Beton
1,5 cm Heraklith
Putz
1,7 30 cm Mauerwerk
Putz
3,0 17,5 cm Stahlbeton
1,5 ‚Äď 2 cm Heraklith
Putz
Fenster 2,7 Holzfenster Doppelverglasung
6,1 Pfosten-Riegel-Fassade mit Einzelverglasung Treppenhaus
Dach 1,6 Wellplatte
Remy-Decke
2 cm Korkisolierung
Boden 0,7 Boden gegen Außenluft:
5 cm Bitumen-Kork
10 cm Beton
2 cm Bitumen-Kork
2 - 3 cm schwimmender Estrich
3,1 Boden gegen Erdreich:
Ausgleichsschicht (ca. 5 cm)
12 cm Beton
1,5 cm Mörtel
1,5 cm Holzwolle-Platten
2 - 3 cm schwimmender Estrich
1,8 Boden zu unbeheiztem Keller:
20 cm Remy-Decke
1,5 cm Mörtel
1,5 cm Holzwolle-Dämmplatten
2 - 3 cm schwimmender Estrich
4,0 Kellerboden gegen Erdreich:
Ausgleichsschicht (ca. 5 cm)
12 cm Beton

Zusammenstellung der U-Werte der Geb√§udeh√ľllfl√§chen
des "Erweiterungsbaus" vor der Sanierung

Bauteil U-Wert [W/m²K] Beschreibung
Außenwand 0,26 Gedämmte Stahlbetonkonstruktion mit Pfosten-Riegel-Fassade
0,36 Fassade mit Holzlamellen
Fenster 1,3 2-fach Wärmeschutzverglasung
Dach 0,19 Stahlbetonkonstruktion und extensives Gr√ľndach
1,4 Oberlicht in Dachfläche
Boden 0,23 Gymnastikraum
0,26 Klassenraum
0,26 Pausenhalle

 

Anlagentechnik

Die Geb√§ude werden √ľber eine zentrale Warmwasserheizung beheizt. Dies erfolgt mittels zweier Erdgaskessel, mit Baujahr 1988 und insgesamt 275¬†kW Nennleistung, welche sich im Keller des Hauptbaus befinden.

Eine kontrollierte L√ľftung gibt es lediglich f√ľr die Turnhalle.

F√ľr die Beleuchtung werden Langfeldleuchten eingesetzt.

 

Energieverbrauch

Der Mittelwert des Energieverbrauchs von 2005 - 2011 vom Hauptgebäudes bezogen auf die NGF von 2.720 m² teilt sich auf wie folgt:

Energieverbrauch vor der Sanierung Endenergie [kWh/m²a] Primärenergie [kWh/m²a]
Heizung 131,3 144,5
Strom 16,9 43,9
Gesamt 148,2 188,3

 

Der Mittelwert des Energieverbrauchs von 2005 - 2011 vom Erweiterungsbau bezogen auf die NGF von 2.038 m² teilt sich auf wie folgt:

Energieverbrauch vor der Sanierung Endenergie [kWh/m²a] Primärenergie [kWh/m²a]
Heizung 87,9 96,6
Strom 17,4 45,3
Gesamt 105,3 141,9

F√ľr den Gesamtkomplex ergibt sich ein gradtagsbereinigter Heizkennwert von 172,9 kWh/m¬≤a.


b13_diagramm-heizwaermeverbrauch
Auflistung des spezifischen Heizwärmeverbrauchs


Im Verlauf der Verbrauchskosten der letzen Jahre ist sehr deutlich erkennbar, wie die Heizkosten angestiegen sind.


b14_diagramm-heizkosten
Auflistung der spezifischen Heizkosten


Auch beim Stromverbrauch ist in den letzten Jahren eine Zunahme zu verzeichnen, der durchschnittliche Stromverbrauch von 1998 bis 2007 liegt bei 13,1 kWh/m²a.


b15_diagramm-stromverbrauch
Auflistung des spezifischen Stromverbrauchs


Die Gesamtkosten der Heizung von 2007 betrugen 51.563 ‚ā¨, f√ľr Strom wurden im gleichen Jahr 14.536 ‚ā¨ ausgegeben. Insgesamt hatten sich die Energiepreise seit 2002 um etwa 80 % erh√∂ht, so dass sich die Gesamtbetriebskosten der nicht sanierten Schule auf knapp 100.000 ‚ā¨ im Jahr beliefen.

 

Konzept & Umsetzung

 

Im Rahmen des Vorhabens soll die Uhlandschule ganzheitlich energetisch verbessert und auf den Standard einer Plusenergieschule gebracht werden. Das bedeutet, dass √ľber das Jahr hinweg das Geb√§ude mehr Energie produziert als verbraucht wird, wobei die ben√∂tigte Energie vor Ort erzeugt werden muss. Um dies zu erreichen, muss zun√§chst der Energieverbrauch der Schule durch Sanierungsma√ünahmen der Geb√§udeh√ľlle und der Anlagentechnik auf ein Minimum reduziert werden. Regenerative Energietr√§ger decken den verbleibenden Restenergiebedarf und produzieren ein Plus an Energie.

b16_lageplan-bestand
Lageplan der Uhlandschule - Campus√ľbersicht

Das Hauptgeb√§ude wird dabei ganzheitlich energetisch verbessert. Entgegen ersten Planungen soll der Pavillon und die Turnhalle r√ľckgebaut werden. Es hat sich als wirtschaftlicher erwiesen, neue Geb√§ude entsprechend den ge√§nderten Anforderungen zu errichten.
Der Erweiterungsbau, der 2004 erstellt wurde, wird nicht generalsaniert, es wird lediglich das Glasdach erneuert.

 

 

Architektur

Durch den Bau der beiden neuen Geb√§ude "Schulerweiterung / Cafeteria" und "Sporthalle" und durch die Gestaltung der Freifl√§chen entsteht zusammen mit der s√ľdlich gelegenen Rilke-Realschule ein gro√üer gemeinsam zu nutzender Schulhof. Der neue Sporthallenkomplex, der an den Au√üensportfl√§chen angrenzt, soll von allen auf dem Gel√§nde befindlichen Schulen genutzt werden.

 

b17_gesamtlageplan-neugestaltung
Lageplan des Schulareals

 

b18_neuplanung-HG-schnitt
Schnitt duch das Hauptgebäude nach der Sanierung

 

Umfangreiche Sanierungsma√ünahmen sind f√ľr das Hauptgeb√§ude vorgesehen, wobei die Geb√§udegliederung im Wesentlichen erhalten bleibt. Aufgrund des R√ľckbaus der Hausmeisterwohnung werden zus√§tzliche Fl√§chen f√ľr die Schulnutzung verf√ľgbar. Anforderungen an Barrierefreiheit und moderne Brandschutzauflagen werden durch den Bau von Rampen und Aufz√ľgen und durch zus√§tzliche Rettungswege und Fluchttreppen erf√ľllt.

 

b19_neuplanung-HG-grd-EG
Erdgeschoss-Grundriss des Hauptgebäudes nach der Sanierung

 

b20_neuplanung-HG-ansicht-S
S√ľdansicht des neugestalteten Hauptgeb√§udes

 

 

Bauteile

Um die W√§rmebr√ľcken der von unten nach oben durchgehenden Stahlbetonst√ľtzen zu vermeiden, wird eine D√§mmung angebracht, die die St√ľtzen komplett umschlie√üt. Durch die D√§mmung entstehen tief liegende Fenster, deren Lichteinfall durch die Neuprofilierung der Fassade optimiert wird, in dem die Fassadenfl√§che zu den Fenstern hin abgeschr√§gt wird. Hinter den Abschr√§gungen befindet sich auf einer Seite Komponenten der dezentralen L√ľftungsanlage und auf der anderen Seite die √Ėffnung f√ľr die automatisch gesteuerte Nachtl√ľftung. Das daf√ľr vorgesehene Fenster wird durch einen speziellen Motor ge√∂ffnet und geschlossen.

Die Au√üenw√§nde werden mit einer 26 cm dicken W√§rmed√§mmung der W√§rmeleitgruppe (WLG) 030 versehen. Die geneigten s√ľdlich liegenden D√§cher des Hauptgeb√§udes werden mit 26 cm Polystyrolpartikelschaum ged√§mmt. Gleichzeitig sollen solare Elemente fl√§chig auf den D√§chern des Hauptgeb√§udes und des Erweiterungsbaus sowie an der fensterlosen S√ľdfassade des Hauptgeb√§ude-Treppenhauses platziert werden. Im Erdgeschoss wird an die S√ľdwand eine 20 cm dicke Resolharz-Hartschaum-D√§mmung aufgebracht. Die Br√ľstungen in den Obergeschossen werden mit 24 cm Mineralwolle-D√§mmung ged√§mmt.
Die Kellerdecken werden zu den beheizten Bereichen hin ebenfalls gedämmt. Dabei werden bei den Bodenflächen gegen Erdreich die 4 cm dicken Vakuumdämmpaneele in den Bodenaufbau eingebaut. Bei unterkellerten Räumen erfolgt eine unterseitige Dämmung mit 20 cm extrudiertem Polystyrol-Hartschaum.
Auch im nordseitigen geneigten Dachbereich ist der Einsatz von Vakuumdämmpaneelen geplant um möglichst eine geringe Aufbaustärke sicherzustellen, so dass die Oberlichter bestehen bleiben können.

 

b21_suedfassade-schnitte
Lage der Dämmschicht -
S√ľdfassade Hauptgeb√§ude

 

b22_neuplanung-HG-schnitt-daemmung
Vakuumdämmpaneele im Dachbereich und
Kellerdeckendämmung mit Polystyrol-Hartschaum

 

Die Fensterfl√§chen werden aus Dreifach-Diamantglas ausgef√ľhrt. Diamantglas ist ein speziell entf√§rbtes Floatglas, welches gegen√ľber herk√∂mmlichen Gl√§sern eine h√∂here Lichttransmission aufweist. Die Fenster in den Treppenh√§usern sind als Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Holz-Aluminium-Profilen aufgebaut. Die Scheibenkomposition soll w√§rme-, sonnenschutz- und tageslichtoptimiert werden. In den nach au√üen abgeschr√§gten Laibungen befinden sich die Zuluft√∂ffnungen f√ľr die L√ľftungsanlagen und die Nachtl√ľftung.

An den S√ľdfassaden kommen au√üenliegende Jalousien mit Tageslichtlenkung zum Einsatz. Diese sind so aufgebaut, dass Blendungserscheinungen in den R√§umen vermieden werden und somit ein hocheffizienter Sonnenschutz gew√§hrleistet wird.

 

 

Anlagentechnik
b23_lageplan-photovoltaikfelder
Lage der Photovoltaikelemete auf den Gebäudedächern
Auf den Dachflächen des Hauptgebäudes und des Erweiterungsbaus wird eine Photovoltaik-Anlage mit einer Gesamtfläche von 1.120 m² installiert, die den im Jahresverlauf in der Schule anfallenden Strombedarf (Wärmepumpen, Beleuchtungsanlagen und die externen Geräte) deckt und zusätzlich ein Plus an Energie erzeugt.

 

Die W√§rmeverteilung in den R√§umen erfolgt √ľber Kapillarrohr-Deckenheizungen sowie Wandfl√§chenheizungen in den Fensterbr√ľstungen auf niedrigem Temperaturniveau. Im Hauptgeb√§ude betr√§gt die Vorlauftemperatur 37 ¬įC, die R√ľcklauftemperatur 27 ¬įC. Die Deckenheizung ist so konzipiert, dass f√ľr den W√§rmebedarf auch die inneren W√§rmelasten (Personen, Beleuchtung und EDV-Anlagen) ber√ľcksichtigt werden. Auch die Flure und Nebenr√§ume werden mit Deckenheizungen ausgestattet.

 

Bel√ľftung
Das bedarfsorientierte L√ľftungssystem besteht aus dezentralen L√ľftungsger√§ten mit ca. 83 % W√§rmer√ľckgewinnungsgrad. Die innovativen L√ľftungsger√§te werden extra f√ľr das Projekt entwickelt. Mit den Ger√§ten kann sowohl die W√§rme als auch die Feuchte r√ľckgewonnen werden (Enthalpietauscher). Die Zuluft wird nicht nachgew√§rmt. Die Regelung basiert auf CO2-Sensoren. Der maximale Volumenstrom der RLT-Anlagen in den Klassenzimmern betr√§gt 800 m¬≥/h. Der maximale Ger√§uschpegel liegt bei 35 dB(A).
b24_schnitt-lueftungsgeraete-anordnung
Geb√§udeschnitt - Anordnung des dezentralen L√ľftungsger√§ts in den jeweiligen Klassenr√§umen

 

Die mechanischen L√ľftungsanlagen werden nur in den Wintermonaten bei Au√üenlufttemperaturen unter 15 ¬įC betrieben. Die Steuerung erfolgt √ľber CO2-Sensoren. Im Winter soll der Betrieb √ľber hocheffiziente W√§rmer√ľckgewinnung mit minimalem Energiebedarf sichergestellt werden. Steigt der CO2-Wert √ľber 1.500 ppm, so nimmt die L√ľftungsanlage ihren Betrieb auf.

Die Zu- und Fortluftschlitze in der Fassade werden zur nat√ľrlichen L√ľftung eingesetzt. Des Weiteren werden die L√ľftungsgitter f√ľr die Nachtl√ľftung verwendet.

 

b25_schnitt-natuerliche-lueftung-konzept
Durchstr√∂mungskonzept zur nat√ľrlichen L√ľftung

 

Beleuchtung
Die Klassenzimmer werden mit 9 hocheffizienten LED-Langfeldleuchten mit elektronischen Vorschaltger√§ten ausgestattet. Die dimmbaren LED-Langfeldleuchten stellen eine Beleuchtungsst√§rke von 300 Lux in den R√§umen bereit. In Fachr√§umen wie Biologie, Chemie und Physik sowie in R√§umen f√ľr Abendveranstaltungen wird eine Beleuchtungsst√§rke von 500 Lux bereitgestellt. In allen Klassenr√§umen werden Tageslicht- und Pr√§senzmelder eingesetzt.

 

 

Energie
b26_schema-energieversorgung
Schematische Darstellung der Energieversorgung


Zusammenstellung des Primärenergiebedarfs und des Primärenergieertrags

Energieanteil Primärenergie [kWh/a]
Hauptgebäude Erweiterungsbau Gesamt
BEDARF
- Heizung
- Trinkwarmwasser
- Bel√ľftung
- K√ľhlung
- Hilfsenergie
- Beleuchtung
- Elektrogeräte
131.888 186.707 318.595
ERZEUGUNG
- PV-Anlage
356.200

Der erzeugte Prim√§renergieertrag liegt mit 356.200 kWh/a √ľber dem Gesamtprim√§renergiebedarf von 318.595 kWh/a. Die energetischen Anforderungen an eine Plusenergieschule sind somit erf√ľllt.

 

 

Kosten

Das Sanierungsvorhaben befindet sich momentan noch in der Planung, so dass die Realisierungskosten noch nicht vorliegen. Die Nettokosten der aktuellen Kostenberechnungen (Kostengruppe 300 bis 700) f√ľr das Hauptgeb√§ude belaufen sich auf etwa 11,8 Mio. Euro, w√§hrend die Bruttokosten bei etwa 14,1 Mio. Euro liegen. Davon fallen ca. 4,7 Mio. Euro der Nettokosten f√ľr die Kostengruppe (KG) 300 -Baukonstruktionen- an. Die Kosten pro m¬≤ Nettogrundfl√§che belaufen sich somit auf ca. 1.700 Euro. Die Nettokosten der KG 400 -Technische Anlagen- ergeben einen Betrag von 2,6 Mio. Euro. Daraus resultieren ca. 950 Euro pro m¬≤ Nettogrundfl√§che.
Der Restbetrag verteilt sich auf die KG 500 bis 700. Dabei ist die KG 700 -Baunebenkosten- mit rund 2,7 Mio. Euro (netto) die zweitgrößte Gruppe.

Die Nettokosten f√ľr den Erweiterungsbau betragen rund 820.000 Euro und die Bruttokosten 980.000 Euro. Da an der Bausubstanz nicht viel ver√§ndert wird, bildet die Kostengruppe 300 mit 40.510 Euro (netto) den geringsten Anteil. Den Hauptanteil der Nettokosten von rund 596.000 Euro enth√§lt die KG 400 -Technische Anlagen-. Die restlichen Kosten entfallen auf die KG 700.

 

 

 

 

 

 
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Fraunhofer-Institut für Bauphysik