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Adresse: |
Tapachstraße 4, 70437 Stuttgart |
| Bauherr: |
Landeshauptstadt Stuttgart |
| Antragsteller: |
Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz |
| Ansprechpartner: |
Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz Abteilung Energiewirtschaft, Dr. Jürgen Görres |
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| Allgemeine Daten |
 Süd-Ost Ansicht des Hauptgebäudes |
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| Projektadresse |
Uhlandschule – Grund-/Hauptschule mit Werkrealschule Tapachstraße 4 70437 Stuttgart Deutschland |
| Baujahr |
Hauptbau, Pavillon und Turnhalle: 1954 Neubau: 2003/2004 |
| Sanierung |
2010 - 2013 |
Anzahl der Schüler |
355 |
Anzahl der Klassenzimmer |
Ca. 50 |
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| Bruttogeschossfläche |
Gesamt: 7.058 m² |
Beheizte Nettogrundfläche (EBF - Energiebe- zugsfläche) |
Gesamt: 6.282 m² |
| Hauptbau |
Pavillon |
Turnhalle |
Neubau |
| 2.649 m² |
805 m² |
798 m² |
2.030 m² |
Beheiztes Gebäudevolumen
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Gesamt: 19.275 m³ |
| Hauptgebäude |
Pavillon |
| 10.511 m³ |
2.608 m³ |
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Projektübersicht
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Die Landeshauptstadt Stuttgart unterhält insgesamt über 1.400 öffentliche Gebäude und weitere 2.100 Einrichtungen. 40 % der Gebäudefläche entfallen dabei auf Schulen. Diese belasten den Betriebshaushalt erheblich und müssen zum Großteil in den nächsten 10 Jahren saniert werden. Der Oberbürgermeister hat die Schulsanierung in seinem 10-Punkte-Programm daher prioritär verankert. Nach einer Analyse der zur Sanierung anstehenden Schulhäuser wurde die UhlandÂschule aufgrund ihrer Lage und Gebäudestruktur als Demonstrationsobjekt für ein vorbildliches Sanierungsvorhaben ausgewählt. Die ehrgeizige Zielsetzung ist es dabei, die bestehende Schule zu einer Plusenergie-Schule zu sanieren. Das bedeutet, dass die Schule nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen mehr Energie produziert als das Gebäude über das Jahr hinweg verbraucht. Die gesamte, in der Schule benötigte Energie wird vor Ort erzeugt. Die Ergebnisse sollen für zukünftige Schulsanierungen übertragbar gemacht werden. |
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Lage
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 Standort der Schule in Deutschland |
| Breitengrad |
48,83 °N |
| Längengrad |
9,19 °O |
| Höhenlage |
293 m über NN |
| Mittlere Jahrestemperatur |
10,1 °C |
| Mittlere Wintertemperatur (Oktober - April) |
5,4 °C |
Klima (TRY-Referenzstation) |
Klimazone TRY 12, Mannheim |
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Der zu sanierende Hauptbau und der Pavillon aus dem Jahr 1954 werden als Einbund erschlossen. Der 2004 erbaute Neubau gehört zum Typus einer Hallen-Schule mit zentralem Atrium. Dieser Teil des Schulkomplexes wird jedoch nicht saniert.
| Gebäudetyp |
Baujahr |
| vor 1910 |
1910-1930 |
1930-1950 |
1950-1970 |
1970-1990 |
nach 1990 |
| Dorfschule |
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Mehrgeschossige Schule |
Mittelflur-Schule |
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| Seitenflur-Schule |
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| Pavillon-Schule |
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| Hallen-Schule |
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| Zentral-Schule |
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| Kammform-Schule |
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| Offenes-Konzept-Schule |
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| Cluster-Schule |
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| Sonstige |
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| Zusätzliche Informationen |
Literatur, Quellenangaben
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| [1] |
Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz, Dr. Jürgen Görres: Vorhabensbeschreibung zum EnEff-Förderantrag „Plusenergieschule in Stuttgart |
| [2] |
Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes, www.dwd.de |
| [3] |
Angaben des Projektsteuerers |
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Projektpartner
| Projektsteuerung |
Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz, Abteilung Energiewirtschaft, Dr. Jürgen Görres,
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Wissenschaftliche Begleitung |
Fraunhofer-Institut für Bauphysik, Stuttgart, Hans Erhorn,
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| Förderprogramm |
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie: "Energetische Verbesserung der Bausubstanz" |
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Links
Homepage der Uhlandschule: www.uhlandschule-rot.de
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Abbildungsnachweis
Foto der Schule im Datenkopf, Grundrisse, Lageplan: Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz
Sonstige Fotos der Schule, Schnitte, Diagramme zum Energieverbrauch: Vorhabensbeschreibung zum Förderantrag
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| Architektur |
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 Lageplan der Gesamtanlage |
Der 1954 erbaute Schulkomplex setzt sich zusammen aus einem Hauptbau, einem Nebenbau – dem so genannten "Pavillon" – und einer Turnhalle. 2003/2004 wurde auf dem Areal ein weiteres Gebäude – der "Neubau" – errichtet. In den Gebäuden sind eine Grund- und Hauptschule sowie eine Werkrealschule untergebracht. |
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 Hauptgebäude - Grundriss Erdgeschoss
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Der Der Hauptbau ist ein langgestrecktes Gebäude mit einer Grundfläche von ca. 100 x 12 m und drei oberirdischen und einem unterirdischen Geschoss. Im Erdgeschoss sind Aufenthalts- und Werkräume untergebracht, zudem gibt es hier eine kleine Hausmeisterwohnung. In den Obergeschossen sind die Klassenräume.
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 Hauptgebäude - Grundriss Obergeschoss
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| Im Untergeschoss, welches ca. die Hälfte des Gebäudes unterkellert, sind Lager- und Technikräume angesiedelt. Die Heizzentrale reicht dabei noch etwas tiefer in den Untergrund. |
 Hauptgebäude - Schnitt |
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 Pavillon - Grundriss Erdgeschoss
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Der Pavillon mit den Abmessungen von 38 x 12 m besteht aus zwei oberirdischen Geschossen. An der Südseite sind die Klassenräume untergebracht, die Erschließung erfolgt über den Flurbereich im Norden. Stirnseitig sind die Sanitärzellen angeordnet. Technik- und Lagerräume gibt es im Gebäude nicht. Die Hauptdachfläche ist mit einer Neigung von ca. 16° nach Süden ausgerichtet. |
 Pavillon - Schnitt |
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 Turnhalle - Grundriss Erdgeschoss
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Die Turnhalle wurde zeitgleich mit dem Hauptbau und dem Pavillon errichtet. Sie wird tagsüber für den Schulsport und abends sowie am Wochenende für den Vereinssport genutzt. Im Gebäude befinden sich neben der Turnhalle noch Umkleide-, Duschräume und WCs. Die Turnhalle verfügt im Kellergeschoss über einen eigenen Technikraum. |
 Turnhalle - Schnitt |
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 Neubau – Ansicht von Südost |
Der Neubau hat eine Grundfläche von 32 x 32 m und besteht aus zwei oberirdischen Geschossen, sowie einem Souterraingeschoss. Das zentrale Atrium, welches als Aula genutzt wird, dient dabei der Erschließung aller Klassenräume. Wie im Pavillon gibt es auch hier keine Technik- und Lagerräume. |
| Die Fassade des Neubaus und das Atriumdach sind voll verglast, das Dach über den Klassenräumen ist als Gründach ausgebildet. |
 Neubau – Grundriss EG |
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Bauteile |
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Die 1954 entstandenen Gebäude Hauptbau, Pavillon und Turnhalle wurden als Stahlbetonskelett mit Ausfachung aus Wabensteinen errichtet. Die kellerseitigen Außenwände und die Fundamente sind aus Stampfbeton mit einer Bodenplatte aus Stahlbeton. Die Fenster weisen ein- und zweifache Verglasungen auf. Backsteinmauerwerk wurde für die Konstruktion der Innenwände gewählt. Massivdecken und eine Dachkonstruktion aus Stahlbetonbinder-Holzgebälk mit einer Eindeckung aus Bimsdielen schließen das Gebäude nach oben hin ab.
Der Neubau besteht aus einer gedämmten Stahlbetonkonstruktion mit Massivdecken und einer vorgehängten Pfosten-Riegel-Fassade. Diese ist rundherum zweifach verglast. Das Flachdach ist über dem zentralen Atrium ebenfalls verglast, ansonsten wurde es als extensives Gründach ausgeführt. Der untere Gebäudeabschluss erfolgt durch eine gedämmte Stahlbetonkonstruktion.
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Zusammenstellung der U-Werte der Gebäudehüllflächen des "Neubaus" vor der Sanierung
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| Bauteil |
U-Wert [W/m²K] |
Beschreibung |
| Außenwand |
0,26 |
Gedämmte Stahlbetonkonstruktion mit Pfosten-Riegel-Fassade |
| 0,36 |
Fassade mit Holzlamellen |
| Fenster |
1,3 |
2-fach Wärmeschutzverglasung |
| Dach |
0,19 |
Stahlbetonkonstruktion und extensives Gründach |
| 1,4 |
Oberlicht in Dachfläche |
| Boden |
0,23 |
Gymnastikraum |
| 0,26 |
Klassenraum |
| 0,26 |
Pausenhalle |
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Anlagentechnik |
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Die Gebäude werden über eine zentrale Warmwasserheizung beheizt. Dies erfolgt mittels zweier Erdgaskessel, mit Baujahr 1988 und insgesamt 725 kW Nennleistung, welche sich im Keller des Hauptbaus befinden.
Eine kontrollierte Lüftung gibt es lediglich für die Turnhalle.
Für die Beleuchtung werden Langfeldleuchten eingesetzt.
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Energieverbrauch |
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Der Mittelwert des Energieverbrauchs von 1999 bis 2008 teilt sich auf wie folgt:
| Energieverbrauch vor der Sanierung |
Endenergie [kWh] |
Primärenergie [kWh] |
| Heizung |
821.465 |
903.612 |
| Strom |
74.324 |
200.674 |
| Gesamt |
895.789 |
1.104.286 |
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Für den Gesamtkomplex ergibt sich ein gradtagsbereinigter Heizkennwert von 172,9 kWh/m²a.
 Auflistung des spezifischen Heizwärmeverbrauchs
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Im Verlauf der Verbrauchskosten der letzen Jahre ist sehr deutlich erkennbar, wie die Heizkosten angestiegen sind.
 Auflistung der spezifischen Heizkosten
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Auch beim Stromverbrauch ist in den letzten Jahren eine Zunahme zu verzeichnen, der durchschnittliche Stromverbrauch von 1998 bis 2007 liegt bei 13,1 kWh/m²a.
 Auflistung des spezifischen Stromverbrauchs
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Die Gesamtkosten der Heizung von 2007 betrugen 51.563 €, für Strom wurden im gleichen Jahr 14.536 € ausgegeben. Insgesamt hatten sich die Energiepreise seit 2002 um etwa 80 % erhöht, so dass sich die Gesamtbetriebskosten der nicht sanierten Schule auf knapp 100.000 € im Jahr beliefen. |
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Im Rahmen des Vorhabens sollen der Hauptbau, der Pavillon und die Turnhalle ganzheitlich energetisch verbessert und auf das Niveau einer Plusenergieschule gebracht werden. Das bedeutet, dass das Gebäude mehr Energie produziert als über das Jahr hinweg verbraucht wird, wobei die benötigte Energie vor Ort erzeugt wird. Um dies zu erreichen, muss zunächst der Energieverbrauch der Schule durch Sanierungsmaßnahmen der Gebäudehülle und der Anlagentechnik auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Regenerative Energieträger decken den verbleibenden Restenergiebedarf. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen in den Unterricht integriert werden. Dazu ist die Aufstellung einer zentralen Anzeigetafel mit wichtigen Verbrauchswerten geplant, anhand welcher das Projekt in den Fachunterricht eingebunden werden kann. Bereits jetzt erfolgt eine energetische Beobachtung und Visualisierung des Gebäudeverhaltens auf der Schulhomepage durch die schulinterne Umwelt-AG.
Bezüglich einer architektonischen Umgestaltung der Gebäude liegen zurzeit keine Planungen vor.
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Bauteile |
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Die baulichen Maßnahmen setzen sich aus innovativen Elementen zusammen, die besonders sorgfältig auf die Haustechnik abgestimmt werden und zudem eine Weiterentwicklung von markteingeführten Systemen fördern. Alle Bauteilanschlüsse sollen derart konzipiert werden, dass keine zusätzlichen Wärmeverluste durch Wärmebrücken entstehen und der Infiltrationswärmeverlust auf ein Minimum reduziert wird. Geplant ist ein Infiltrationsluftwechsel kleiner 1 1/h bei 50 Pa Druckdifferenz zwischen innen und außen.
In den zu sanierenden Gebäudeteilen Haupthaus, Pavillon und Turnhalle sollen die Außenwände mit einem geklebten, 30 cm dicken Wärmedämmverbundsystem versehen werden. Das Dämmsystem soll auch zur Medienführung eingesetzt werden, wobei die Anforderungen an Wärmeschutz, Schallschutz, Luftdichtheit und Brandschutz miteinander in Einklang gebracht werden müssen. Die Dämmung des Fußbodens zum Erdreich erfolgt in allen Gebäuden mit Vakuumdämmpaneelen. Diese werden auf die Schwingungslasten hoch frequentierter Schulbereiche ausgelegt und sollen gleichzeitig auf den Einsatz von Niedrig-Exergie- (LowEx-) Heizsystemen, wie z. B. Kapillarrohrmatten, abgestimmt werden. Auch im Dachbereich ist hinsichtlich einer möglichst geringen zusätzlichen Aufbaustärke der Einsatz von Vakuumdämmpaneelen oder anderen innovativen Dämmstoffen geplant. Zudem soll ein bereits existierendes Aufdachsystem zur integrierten Medienführung und Installation von Solaranlagen weiterentwickelt werden. Für die Fenster ist eine wärmetechnisch hochwertige Holz-/Aluminium-Konstruktion mit einer Dreifach-Wärmeschutzverglasung (evtl. auch Vakuumverglasung oder Xenon Edelgase) vorgesehen. Die multifunktionale Scheibenkomposition soll wärme-, sonnenschutz- und tageslichtoptimiert werden und so zu einer positiven Gesamtenergiebilanz der transparenten Fassade führen.
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Anlagentechnik |
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Die Versorgung der Schule über den bestehenden Erdgasanschluss wird eingestellt. Die Wärmebereitstellung soll zukünftig über eine erdreichgebundene Wasser/Wasser-Wärmepumpe erfolgen. Dafür wird ein elektromotorisch betriebenes System weiterentwickelt und in diesem Vorhaben prototypisch eingesetzt, wovon man sich eine deutliche Steigerung im Wirkungsgrad solcher Systeme erwartet. Die Wärmeübertragung erfolgt über ein Niedertemperatur-Flächenheizungssystem, das auf einem exergetisch günstigeren Temperaturniveau operiert als die bisherigen Heizkörper. Dieses System der Bauteiltemperierung soll gleichzeitig im Sommer die natürliche Kühlung unterstützen, so dass keine aktive Kühlung vorgesehen wird. Der notwendige Strom zum Betrieb der Wärmepumpe wird über eine Photovoltaikanlage bereitgestellt. Das Stromnetz wird dabei als Zwischenspeicher dienen, in welchen bei Überschussproduktion Strom eingespeist wird, bzw. bei strahlungsarmen Verhältnissen Strom entnommen wird. Die Anlage soll dabei so ausgelegt werden, dass sie über das Jahr betrachtet mehr Energie liefert, als im Gebäude benötigt wird. Erhöhte Planungsanforderungen ergeben sich dabei aus der Tatsache, dass die bauliche Ausführung des Neubaus energetisch nicht nachgerüstet wird. Dort kann das Heizsystem nicht auf ein niedrigeres Leistungsniveau umgestellt werden, so dass die bestehende Anlagentechnik in das Energieversorgungssystem der Plusenergieschule angepasst werden muss. Auf eine zentrale Warmwasserbereitung in der Schule wird weitestgehend verzichtet. Bei Bedarf soll eine dezentrale Lösung für die Schulküche entwickelt werden. In der Turnhalle wird die Warmwasserbereitung für die Duschbereiche vorrangig mit Solarenergie gewährleistet. Als Lüftungskonzept ist eine hybride Lüftung vorgesehen. Das bedeutet, dass im Sommer natürlich gelüftet wird, während in der Heizzeit ein bedarfsorientiertes Lüftungssystem mit mindestens 85 % Wärmerückgewinnung raumweise gesteuert wird. Über Nacherwärmung der Frischluft kann die Beheizung der Räume unterstützt werden. Für das Lichtkonzept erfolgt eine Zonierung der Gebäude in hochwertige arbeitsplatzÂgebundene Beleuchtung und geringwertige Allgemeinbeleuchtung mit hocheffizienten LED-Systemen. Diese werden mit elektronischen Vorschaltgeräten und Anwesenheits- und Tageslichtsensoren ausgestattet. Im Neubau soll die Beleuchtungsanlage an das hohe Niveau der geplanten Beleuchtungstechnik in den anderen Gebäuden angepasst werden. Dadurch lässt sich der Nutzenergiebedarf gegenüber konventionellen Lösungen deutlich reduzieren.
Zur optimalen Regelung der eingesetzten Technik soll eine MSR- (Mess-, Steuer- und Regel-) Anlage installiert werden, die den energiesparenden Betrieb sicherstellen und eine Einbindung der Nutzer ermöglichen soll. Um während der Ferien und an den Wochenenden die Schule komplett abschalten zu können, ist es dabei notwendig, dass die Hausmeisterwohnung und die Turnhalle einen eigenen Versorgungsstrang bekommen. Die Gebäude sollen neben den hocheffizienten Bau- und Anlagentechniken auch mit energiesparenden Geräten im IT- und Servicebereich ausgestattet werden, um so den Gesamtstrombedarf des Gebäudes konsequent zu minimieren. |
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Energiebedarf |
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Spezifischer Energiebedarf bezogen auf die beheizte Nettogrundfläche von 6.282 m² [3]
| Energiebedarf |
Endenergie [kWh/m²a] |
Primärenergie [kWh/m²a] |
| Heizung |
9,4 |
25,3 |
| Strom |
17,2 |
46,4 |
| Gesamt |
34,1 |
92,2 |
| Heizung und Belüftung (einschl. Hilfsenergie) |
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45,7 |
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Der prognostizierte gesamte Endenergiebedarf von 214.427 kWh soll dabei komplett über die Photovoltaik-Anlage ausgeglichen werden. Bei einer angesetzten Energieproduktion von 250.167 kWh ergibt sich damit ein Energieüberschuss von 35.740 kWh, bzw. 96.497 kWh Primärenergie. In erbrauchskosten umgerechnet bedeutet dies einen finanziellen Eintrag von 40.000 € jährlich.
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Kosten |
Trotz den jährlichen Einträgen aus dem Verkauf der überschüssigen Stromproduktion sind die Maßnahmen für eine Sanierung zur Plusenergieschule derzeit noch nicht wirtschaftlich. Zudem verfügte die Kommune über keine hinreichenden Investitionsmittel. Jedoch erhielt das Projekt aufgrund seiner Signalwirkung für Gesellschaft und Industrie und dem Multiplikationseffekt zu energieeffizienten Sanierungen bei anderen Gebäudetypen große politische Priorität. Deshalb wurde Unterstützung von Partnern aus Politik, Wirtschaft und Forschung gesucht, um die Realisierung der Sanierungsmaßnahme zu gewährleisten. Die Industriepartner (EnBW, Bosch, Saint Gobain ISOVER G+H) beteiligen sich entweder finanziell oder durch Bereitstellung von Anlagen. Im Gegenzug sollen Sie durch die im Projekt gesammelten Erfahrungen bei der Entwicklung und Anpassung der hochwertigen Energiesysteme unterstützt werden, damit die Technologien dem Markt künftig wirtschaftlicher zugeführt werden können. Zudem wird die Landeshauptstadt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in Planung und Forschung, sowie der Entwicklung innovativer Systeme unterstützt. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 12,5 Mio. €.
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